Angeregt durch das aktuelle Linux Magazin 12/2009 habe ich mich wieder etwas intensiver mit dem Thema Open Source Navigation beschäftigt.
“Warum?” fragen mich viele, “es gibt doch schon jede Menge Navis und teuer sind die auch nicht bei Preisen von unter 100.-€”. Das stimmt zwar und ich habe auch ein solches, aber mehrere Gründe sprechen für mich dafür, dass ich mich damit befasse:
- Es macht Spaß
- kommerzielle Navis haben “immer” veraltetes Kartenmaterial
- das mitgelieferte Kartenmaterial kann nicht korrigiert werden
- “kommerzielle” Navis haben Defizite, wenn es um mehr geht, als mich von A nach B zu führen
Ausrüstung
Als Ausrüstung stehen mir für meine Versuche zur Verfügung:
- Notebook mit Debian Linux, dazu eine USB GPS Maus
- Ein HP iPaq 1940 PDA mit Windows Mobile, dazu eine Bluetooth GPS Maus
Als Kartendaten möchte ich Informationen des Open Street Map Projektes verwenden. Seit ca. 2 Jahren beteilige ich mich bereits selbst an dem Projekt und tracke und tagge alle möglichen Straßen, Wege, Objekte, … wenn ich unterwegs bin. Der Fortschritt ist beeindruckend und auch wenn noch einige Gebiete nur sehr rudimentär erfasst sind, so zeichnen sich die Karten vor allem in Ballungsgebieten durch eine sehr große Detailgenauigkeit aus, die z.B. in Google Maps oder Yahoo Maps nicht zu finden ist. Einen Vergleich zwischen Google Maps und Open Street Map kann man sich z.B. hier ansehen.
Software
Seit einiger Zeit habe ich schon auf dem PDA die Software NaviPOWM im Einsatz. Die Software ist zwar noch lange keine Navigationssoftware, aber sie ist bestens geeignet, um den aktuellen Standort in einer Karte darzustellen und Straßen, Wege oder Objekte (Tankstellen, Restaurants, …) in der Umgebung anzuzeigen. Das Kartenmaterieal aktualisiere ich regelmäßig, um von den Fortschritten im Open Street Map Projekt zu profitieren.
Auf dem Notebook hatte ich bereits vor einiger Zeit navit installiert. Die Bereitstellung der GPS-Daten erfolgt über gpsd. Einfach die USB GPS Maus angeschlossen und gpsd gestartet, schon wurden GPS Datensätze bereitgestellt. Nun habe ich mir für navit das Kartenmaterial für Deutschland (ca. 400 MB) heruntergeladen und der Software bereitgestellt (Eintrag in der Konfigurationsdatei navit.xml erforderlich). Nach dem Start der Software wird direkt die aktuelle Position in der Karte dargestellt. Mit der linken Maustaste gelangt man in das Menü und kann die Darstellung verändern, Adressen suchen und Routen planen lassen. Fahranweisungen werden auf der Konsole ausgegeben, oder nach Installation von flite sogar als Sprache ausgegeben. Leider ist die Sprachausgabe sehr unvertändlich, da die Ansagen nicht aus Sprachstücken zusammengesetzt werden, sondern direkt synthetisiert werden und die deutsche Sprache dabei noch nicht unterstützt wird.
Für den ersten Versuch bin ich mit dem Ergebnis schon recht zufrieden. Es gibt noch weitere Software (gpsdrive, Roadnav, …) und so bleibt noch vieles, das man ausprobieren kann.
Für den PDA steht navit ebenfalls zur Verfügung, das werde ich bei Gelegenheit einmal testen.